Neurolinguistische Programmierung (NLP)

NLP Selbstbewusstsein Erfolg Veränderung

In den 1970er Jahren untersuchten der Informatiker Richard Bandler und der Linguist John Grinder, wie einige besonders erfolgreiche Psychotherapeuten arbeiteten. Sie analysierten die Arbeit des Gestalttherapeuts Fritz Perls, der Familientherapeutin Virginia Satir und des Hypnotherapeuten Milton Erickson, um herauszufinden, zu modellieren, was diese Menschen so erfolgreich machte.
Aus ihren Erkenntnissen entwickelten Bandler und Grinder das Modell der Neurolinguistischen Programmierung, kurz NLP. Aufgrund seiner Effektivität für erfolgreiche Kommunikation und gute Beziehungen wird NLP inzwischen seit Jahren erfolgreich international in Coaching und Verkauf eingesetzt.

Es ist eine weitverbreitete Auffassung, dass NLP ein „Werkzeugkasten“ mit bestimmten „Techniken“ sei. Einige NLP-Ausführende, zu denen auch ich gehöre, sehen NLP jedoch vielmehr als Philosophie, als Haltung, aus der bestimmte Interventionen schlüssig folgen.
Diese Haltung zeigt sich bereits sehr deutlich in den Grundannahmen (Axiomen) des NLP:

  1. Die Landkarte ist nicht das Gebiet.
    Wir können in Berufung auf den Radikalen Konstruktivismus die „Realität“ nicht wahrnehmen, sondern navigieren durch sie gleich einem Kapitän in der Nacht, der seine Seekarte durch Zusammenstoß mit einem Felsen überprüfen kann. Was wir „Wirklichkeit“ nennen, ist ein (mal mehr, mal weniger nützliches) Konstrukt – das weiß jeder, der sich schon einmal geirrt hat, sich vorher aber ganz sicher war.
  2. Jeder Mensch ist einzigartig und erlebt die Welt auf andere Weise.
    NLP beschäftigt sich mit subjektiver Wahrnehmung und orientiert sich an dem, was nach „Landkarte“ des Klienten wahr ist.
  3. Menschen treffen (innerhalb ihres Modells von der Welt) immer die beste Wahl.
    Kein Kapitän fährt absichtlich auf einen Felsen zu. Veränderung geschieht grundsätzlich durch Schaffen neuer und besserer Wahlmöglichkeiten.
  4. Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.
    Diese Grundannahme erscheint zunächst oft so absurd, dass ich sie einmal mit einem längeren Artikel erläutern werde. NLP trennt sehr deutlich zwischen positiver Absicht hinter einem Verhalten (z.B. Wunsch nach Entspannung) und Verhalten (Griff zu giftigen Glimmstengeln), schätzt die Intention grundsätzlich und findet ggf. neue, bessere Verhaltensweisen, die Absicht zu verwirklichen.
  5. Menschen haben alle Ressourcen für ihre Veränderung bereits in sich.
    Coaching nach dem NLP-Modell fokussiert daher darauf, den Zugang zu diesen Ressourcen (wieder) zu finden und sie so nutzbar zu machen.
  6. Es gibt keine schlechten Menschen, es gibt nur unangemessenes Verhalten.
    Eng verwandt mit Axiom 4.
  7. Es gibt kein Scheitern, sondern nur Feedback.
    Eng verwandt mit Axiom 9.
  8. Die Bedeutung von Kommunikation zeigt sich in der Reaktion des Empfängers.
    Es ist müßig, sich zu streiten, man habe etwas doch ganz anders gemeint. Was der andere versteht, ist richtig.
  9. Wenn etwas nicht funktioniert, mache etwas anderes.
    Das mag selbstverständlich klingen, in der Praxis entstehen viele Probleme aber erst dadurch, dass Menschen (aufgrund fehlender Wahlmöglichkeiten) immer wieder dieselbe eine Lösungsstrategie versuchen.
  10. Das flexibelste Element kontrolliert das System.
    Flexibilität ist der Schlüssel zum Erfolg.
  11. „Widerstand“ des Klienten ist eine Aussage über den Coach.
    Der Klient ist Experte für seine Lösung. Wer meint, besser als der Klient zu wissen, was gut für ihn ist, betreibt kein NLP.
  12. Wenn eine Person etwas kann, kann es prinzipiell auch jede andere Person erreichen.
    Mit physischen Einschränkungen, nicht unbedingt über Nacht und evtl. kennen wir auch noch nicht den besten Weg dorthin. Grundsätzlich geht NLP aber davon aus, dass jedes innere oder äußere Verhalten erlernbar ist.

Viele diese Grundannahmen mögen zunächst verrückt klingen – im Coaching haben sie sich als äußerst effektiv und angenehm für den Klienten erwiesen.